Antons / Greuter
©  2018 Kunstforum Büsingen e.V.
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Sie sind herzlich eingeladen zur Vernissage am Samstag, 13. Januar 2018, um 17:00 Uhr im Bürgersaal Büsingen
Einführung: Ute Rahm / Martin Timm Musikalische Umrahmung: Gérard Plouze, Gitarre Bilderschau: “Triptychon”
Gemeinschaftsausstellung von Klaus Antons und Thomas Tito Greuter
“ROSTBARKEITEN”
                           13. Januar bis 27. April 2018 Abstrakte Fotografien materieller Metamorphosen
Es war Richard Serra, der mit seinen monu- mentalen Stahlplastiken die rostige Oberfläche des Eisens hoffähig gemacht hat – vorher gab es Edelstahl und blank polierte Metallskulpturen. Was war das Moment, das die Korrosion von Eisen attraktiv machte und heute zu einer Cortenstahl-Kultur (oder -mode?) geworden ist? Serra hat das Moment der Vergänglichkeit in das Genre der  Metallskulptur gebracht: Fe wandelt sich unter den normalen Bedingungen unserer Atmosphäre zu FeOOH – blankes Eisen zu Eisenoxyd, zu Rost. Damit wird es unter künstlerischen Aspekten weitaus interessanter: Es bildet das Prozesshafte, die Vergänglichkeit, die Wandlung, Transformation oder Metamorphose und damit den  Zyklus von Werden, Vergehen und Neuentstehen ab –  eine sowohl philosophische wie lebenspraktische Frage, die bereits Heraklit beschäftigte, und die in der indischen Mythologie durch den alles Alte verbrennende Gott Shiva repräsentiert ist, im griechischen Götterhimmel durch Mars.
Dieses prozesshafte Moment hat uns beide Fotografen immer wieder, an den unterschiedlichsten Orten unserer Welt (unter anderem einem Schiffsfriedhof in der Bretagne, einem Lokomotivfriedhof in Tuttlingen, einem Hafen in Palau auf Sardinien) zur Formenvielfalt des Vergänglichen gezogen. Die Blüte des Rostes, sein unterschiedliches Leuchten je nach Sonnenstand, aber auch das Abblättern von Farbe, sind zum einen faszinierende optische Phänomene, aber stets auch Sinnbilder des darunter sichtbar werdenden Prozesses.  Ob es nun mehr die Vergänglichkeit oder mehr die Verwandlung ist, darüber lässt sich trefflich philosophieren: Eine rostige Lokomotive ist zwar nicht mehr für ihre ursprüngliche Funktion geeignet, im Dahinrosten sendet sie aber eine neue Botschaft aus, die die Schönheit des Vergehenden zeigt. – Das hat uns zusammengeführt zur Idee einer gemeinsamen Ausstellung. Antons/Greuter